Steelband Festival Zug, 27./28. Mai
1994
Das grösste bisher durchgeführte Steelband Festival in der Schweiz! Es
nahmen 29 Steelbands teil, die am Freitagabend und am Samstag durch den
ganzen Tag auf verschiedenen Plätzen in Zug spielten. In der Metalli Mall,
dem Hauptkonzertplatz, hatte Matthias Kauer (Panorama Steeldrum, Zürich)
einen Stand mit Tonträgern von Panmusik aufgebaut. Auf dem Platz vor dem
Metalli Zentrum präsentierte die PanArt Steelpan Manufaktur AG aus Bern eine
grosse Ausstellung ihrer Instrumente, sowie eine Ausstellung zu den
geschichtlichen Hintergründen des Steelpans. Wir haben über dieses Festival
ein paar Reaktionen und Kommentare eingefangen.
André Nicolet: Das Festival hat mir sehr gefallen. Ich habe vor allem
geschätzt, dass die Barell Symphony das Ganze als Familie organisiert hat,
und das Publikum gut bewirtete.
Weiter hat mir gefallen, dass alle Bands sehr gut miteinander harmoniert
haben, kein Konkurrenzkampf eben.
Vor allem gab es gute Musik, gute Stimmung. Wir (Pananas) haben am Tag in
der Stadt gespielt und waren nervös. Ich finde es gut, dass Bands in der
Stadt spielen, doch es sollte eine Rückwand haben oder einen Holzboden,
sonst hört man sich gegenseitig überhaupt nicht. Ich würde wieder ein
solches Festival machen und hoffe, dass in Bern einmal eines statt findet.
Brigitte: Ich hatte einen guten Eindruck in dem Sinne, dass sehr
viele Bands dort spielten. gute Bands, mittlere Bands und andere, bei denen
man merkte, dass sie erst begonnen haben. Aber es war schön, dass diese
Gruppen alle ihren Platz hatten. Die Stimmung war gut, ich fand Kontakt zu
anderen Bands, auch Menschen die Steelbandmusik nicht kennen, haben mich
angesprochen.
Was ich etwas schwierig fand, waren die Aussenplätze, wo Bands gespielt
haben. Wir haben es vorher nicht gekannt. Bei uns hat es zwar viele Zuhörer
gehabt, doch als ich am Bahnhof vorbei ging, sah ich einige verlassene
Bands. Es sollten genügend belebte Plätze gewesen sein. Das Metallizentrum
schier mir hingegen ein guter Ort für ein solches Festival zu sein.
Rosmarie Büchler: Wenn man Pan spielt, sollte man solche Festivals
besuchen, um sich abzugrenzen und um zu hören, was es alles gibt, was einem
gefällt und nicht gefällt, um zu lernen. Das finde ich sehr gut.
Es war schön, dass die ganze Stadt einbezogen wurde, jedoch haben die
Organisatoren wahrscheinlich zuwenig Werbung gemacht, weil viele Passanten
gar nicht wussten was dort stattfindet. Man hätte dies besser vermitteln
sollen.
Der Höhepunkt war für mich die Jam Session auf dem Platz der Ausstellung der
PanArt. Wenige around-the-neck Pans, wenige Harmonien, und die Anwesenden,
die mitspielten.
Wenn hingegen jede einzelne Band mit farbigen Hemden ihr Repertoire
'obenabehackt', dann gehört dies auch dazu. Es erscheint mir aber zu steril,
musikalisch funkt es nicht so recht.
Aber ich habe viel gelernt, wie ich es gerne wüsche und wie nicht. Ich fand
es schade, dass der Platz zum Tanzen nicht vorhanden war. Die Bestuhlung bis
zur Bühne hin bewirkte eher, dass das Publikum zum apathischen Zuhören
gezwungen war.
Der Ort war gut, akustisch ausgezeichnet. Die Ausstellung der PanArt hat mir
gefallen, weil es der Ort war, an dem Menschen ins Gespräch kommen konnten.
Wir sollten ein Festival in Bern machen. Wir hätten eine viel schönere
Kulisse. Mit vielen Bands, ein grosses Fest, das wäre schön.
Alain Hofer: Zuerst muss ich vielleicht bemerken, dass ich nur am
Freitag anwesend war. Ich habe also nur die Hälfte mitbekommen. Ich fand das
ganze Festival kommerziell aufgezogen. Der hohe Eintrittspreis war somit
alles andere als familienfreundlich. Schade fand ich die Bierzeltatmosphäre,
es gab keinen Platz zum Tanzen. Auch habe ich den Rivalitätsgedanken
gespürt, dieses gegeneinander. Ich fand den Rahmen ein bisschen ungünstig.
Gut fand ich allerdings das Zusammenkommen der Steelbands. Mit diesem
Hintergedanken finde ich ein solches Festival okay. Sehr gut war, dass das
Festival weder in Bern noch in Zürich, den beiden Zentren unserer Panszene,
abgehalten wurde.
Eric 'Shorty' Lewis: For me, it was good. I had the chance to see
some of the steelbands. Only a few, because I arrived on Saturday. It was
nice to see people trying to do something with and for the steelpan movement
in Switzerland. I saw the exposition by PanArt. It was good to see the
different styles of pan, so people get more interested. All in all, to me it
was nice.
Esa Tervala: Es freute mich vor allem zu sehen, dass die Bands
Spieler verschiedener Altergruppen hatten. Ganz junge, ganz alte in der
gleichen Band. Das fand ich gut.
Über die Musik: Da waren nicht viele Bands, die mit ihrer Musik irgendwie
herausragten. Die Bands spielten mehr oder weniger alle gleich. Okay, da
waren vielleicht einige wenige, die sich absetzen konnten. Aber nicht viele.
Was soll ich noch sagen?
Matthias Kauer: Ich finde es gut, wenn eine Steelband zu einem
Festival einlädt. Das Beste was man machen kann!
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