Interview mit Dudley Dickson, Tuner
aus England
Dudley Dickson ist einer der vier in England lebenden Tunern, die
regelmässig in die Schweiz kommen, um Bands zu stimmen. Dudley Dickson ist
45 Jahre alt und Vater zweier Kinder. Er stammt aus Grenada, welches er im
Alter von 14 Jahren verliess. Er lebt zur Zeit in Birmingham, England. Als
er Ende November in der Schweiz weilte, um Bands zu stimmen und der PanArt
Manufaktur einen Besuch abstattete, nahm ich die Gelegenheit wahr, ihn zu
interviewen. Von Werner Egger
Panyard (P): Dudley, wann fingst Du an zu tunen?
Dudley Dickson (D): Ich fing in den späten sechziger Jahren an Pans zu
bauen. Mein Panlehrer war damals Roy Gecobs. Er brachte mir die
grundlegenden Dinge des Panbaus bei.
P: Hast Du nun in England eine Manufaktur, oder arbeitest Du alleine?
D. Ich habe eine Manufaktur mit zwei anderen Tunern zusammen. Daneben
beschäftigen wir natürlich auch Leute, die uns die Pans treiben, grooven
usw.
P: So baust Du alle Instrumente der Panfamily oder nur verschiedene
Register?
D: Nein, ich baue sämtliche Paninstrumente die es gibt. Wenn Du ein Tuner
sein willst, dann musst Du das.
P: Wie viele Bands tunst Du insgesamt?
D: In England tune ich viele Bands, wie z.B. die Ebony Steelband oder
Stardust. Dann tune ich eine Band in Holland und manche in der Schweiz.
P: Und in Trinidad?
D: In Trinidad tunte ich für Bands wie Phase II, Solo Harmonites, Kalomo
Kings und Potential Symphony.
P: Wieso hast Du damit aufgehört, diese Bands in Trinidad zu stimmen?
D: Ich gehe seit etwa drei Jahren nicht mehr nach Trinidad. Aus dem ganz
einfachen Grund, weil ich dort keine Instrumente mehr verkaufen kann. Ich
kann keine anständigen Preise mehr erzielen, und so ist dieser Markt für
mich nicht mehr attraktiv.
P: Wie oft kommst Du in die Schweiz um Bands zu stimmen?
D: Bisher bin ich zweimal im Jahr in die Schweiz gekommen, aber in Zukunft
werden es dreimal sein.
P: Ist es nicht ein bisschen verrückt von England in die Schweiz zu
fliegen, um Bands zu stimmen, wenn es hier auch Tuner hat?
D: Ich denke es ist gut, dass der Tuner seine eigenen Instrumente stimmt.
Doch dies ist nicht unbedingt notwendig. Wenn mich die Leute in der Schweiz
wollen, so komme ich halt.
P: Wie viele Tuner gibt es in England schätzungsweise?
D. Tuner gibt es in England etwa zehn bis zwölf.
P: Dann gibt es vielleicht eine Art Tuner Association? Ich habe schon
davon gehört.
D: Wir versuchten einmal eine Association auf die Beine zu stellen, doch
nicht alle Tuner hatten ein Interesse daran. Im Moment besteht deshalb
keinen Verbund vereinigter Steeldrum Tuner.
P: Wie viele Bands gibt es denn in England?
D: Dies ist schwierig zu sagen. Aber sicherlich können wir von hunderten
sprechen. Alleine Schulbands gibt es um die 120.
P: Gehen wir zu einem anderen Thema über: Warum möchtest Du mit grösseren
Fassdurchmessern arbeiten?
D: Weil ich damit einen anderen Sound erzielen würde als bisher. Dazu kommt,
dass der Tonumfang grösser wäre und sich das Transportvolumen stark
verringert, da die Instrumente zusammensteckbar wären.
P: Wie denkst Du über die Panszene Schweiz?
D: Ich weiss nicht genau, ich kann mir kein rechtes Bild machen. Es ist
einfach unüblich. Es ist sicher schwierig für die Schweizer, den Rhythmus
der Karibik zu verstehen. Ich würde sogar sagen, dass viele den Rhythmus
nicht spüren. Es kommt eben sehr auf die musikalische Ausbildung drauf an.
Die Kinder, die ich in der Schweiz spielen sehe, die checken das schon viel
besser.
P: Dudley, ich möchte Dir zum Schluss einige Kurzfragen stellen. Was
erwiderst Du, wenn jemand sagt: Pan is difficult to play!
D: Nein, ich denke es kommt darauf an, welche Musik Du mit dem Pan spielst.
Ansonsten ist das Pan eigentlich sehr einfach zu spielen.
P: Pan brings people together?
D: Nein, Pan bringt das Volk nicht zusammen. Es ist wohl eher die Musik,
denke ich. Weil Musik eben eine universelle Sprache ist, die jeder versteht.
P: Nur ein verchromtes Pan ist ein gutes Pan?
D: Wer solches sagt, weiss nicht was er spricht! Auch ein unverchromtes Pan
kann einen Spitzenklang erzeugen.
P: Was ist für Dich der Panspirit?
D: Unter Panspirit kann ich mir überhaupt nichts vorstellen. Sorry, ich
weiss keine Antwort darauf.
P: Dudley Dickson, ich danke Dir für dieses Gespräch.
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Dudley Dickson, TunerDudley Dickson
is a tuner, and he lives in Birmingham. He was worn in Grenada. Two times a
year, he is coming to Switzerland to tune some bands. I interviewed him,
when he came to Switzerland the last time.
He is tuning for many bands in England, some in Switzerland and one in the
Netherlands.
He used to tune for bands in Trinidad, such as Phase II, Kalomo Kings, Solo
Harmonites and Potential Symphony. About three years ago, he stopped to go
to Trinidad because - as he told me - he could not sell his instruments for
a good price, there.
Further, he told me that he is the man, who invented the collapsible pan
stand.
by Werner Egger |